Wie der operative Abbruch funktioniert
Das übliche Verfahren im ersten Trimenon ist die Vakuumaspiration, im Alltag Absaugung genannt. Der Muttermund wird vorsichtig geweitet, und das Gewebe wird mit einem dünnen Röhrchen abgesaugt. Der Eingriff selbst dauert meist nur einige Minuten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in ihrer Leitlinie von 2022 die Vakuumaspiration und rät von der früher üblichen scharfen Ausschabung ab. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zum Abbruch im ersten Trimenon beschreibt das Vorgehen für Deutschland.
- Kurzer Eingriff in einer Praxis, einem OP-Zentrum oder einer Klinik, meist ambulant
- Örtliche Betäubung, Sedierung oder kurze Vollnarkose, je nach Angebot und Wunsch
- Sofort Gewissheit, dass die Schwangerschaft beendet ist
In welchen Wochen der Eingriff möglich ist
Die Absaugung ist im gesamten ersten Trimenon möglich und damit innerhalb der gesamten Frist der Beratungsregelung. Für spätere Wochen, etwa bei einer medizinischen Indikation, beschreiben die Leitlinien andere Verfahren, die in Kliniken erfolgen. Die rechtlichen Fristen erklärt die Seite abtreiben wann.
Der Ablauf Schritt für Schritt
Vorgespräch
Die Ärztin oder der Arzt bestätigt die Woche per Ultraschall, bespricht Ihre Gesundheit und die Art der Betäubung. Nach der Beratungsregelung bringen Sie den Beratungsschein mit, siehe Beratungsstelle Schwangerschaftsabbruch. Bei einer Vollnarkose folgt ein kurzes Gespräch zur Narkose, und Sie bleiben vorher nüchtern.
Vorbereitung
Manchmal wird der Muttermund vorher mit einem Medikament weicher gemacht. Ob und wie, entscheidet die behandelnde Praxis.
Eingriff
Der Eingriff dauert meist fünf bis zehn Minuten. Danach ruhen Sie sich in der Praxis aus, bis Sie sich sicher fühlen.
Heimweg
Nach einer Narkose oder Sedierung sollten Sie nicht selbst fahren und sich abholen lassen. Viele Frauen gehen am selben Tag nach Hause.
Was für und was gegen diese Methode sprechen kann
Die Wahl zwischen operativem und medikamentösem Schwangerschaftsabbruch ist persönlich und medizinisch. Häufig genannt werden diese Punkte:
- Für viele angenehm: ein kurzer, planbarer Termin und die Gewissheit direkt danach.
- Möglich mit Betäubung oder Narkose, je nach Angebot.
- Zu bedenken: ein Eingriff mit kleinen Risiken wie Infektion oder, sehr selten, Verletzungen der Gebärmutter.
- Bei Vollnarkose kommen die üblichen Narkoserisiken hinzu.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Eine leichte Blutung und Unterleibsschmerzen sind nach dem Eingriff einige Tage normal. Melden Sie sich sofort bei der Praxis oder rufen Sie den Notruf 112, wenn diese Zeichen auftreten:
- Sehr starke Blutung, etwa wenn Sie über zwei Stunden hinweg jede Stunde zwei große Binden durchnässen
- Fieber über 38 Grad
- Starke Schmerzen, die mit Schmerzmitteln nicht besser werden
- Übelriechender Ausfluss oder starkes Krankheitsgefühl
Nach dem Eingriff
Die meisten Frauen sind nach ein bis zwei Tagen wieder alltagsfähig. Die Praxis sagt Ihnen, ob und wann eine Nachuntersuchung sinnvoll ist. Die nächste Periode setzt meist nach vier bis sechs Wochen ein, eine neue Schwangerschaft ist schon vorher möglich, deshalb lohnt sich ein Gespräch über Verhütung, oft schon beim Vorgespräch. Unterstützung für die Zeit danach finden Sie unter Hilfe und Beratung.
Kosten
Ob Sie selbst zahlen oder die Krankenkasse die Kosten trägt, hängt vom rechtlichen Weg und Ihrem Einkommen ab. Bei einer Narkose kommen deren Kosten hinzu. Mehr dazu unter Kosten für eine Abtreibung.
Quellen dieser Seite
- Weltgesundheitsorganisation, Abortion care guideline, 2022
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Leitlinie zum Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon
- Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) und American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG), Empfehlungen zur Abortion Care
Diese Seite ist allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Medizinische Entscheidungen treffen Sie gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt.